In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde eine umfangreiche Literatur zu Militär und Krieg verfasst. Angesichts dieser allgegenwärtigen Präsenz bewaffneter Konflikte sah sich die betroffene Bevölkerung dazu gezwungen, sich mit deren Ursachen und Rechtfertigungen, Techniken, Akteuren und Opfern sowie mit den Formen der Regulierung von Gewalt auseinanderzusetzen. Diese Zusammenhänge wurden von Carl von Clausewitz später als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln definiert (»Vom Kriege«, posthum erschienen 1832).
Zahlreiche Autoren veröffentlichten in den letzten Jahrzehnten des Ancien Régime Schriften zu Militär und Krieg. Doch wie verhält es sich mit den Frauen? Die Geschichtsschreibung scheint keine Autorinnen zu kennen, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzten. Als Ausnahme gilt Christine de Pizan, die um 1410 das »Livre des faits d’armes et de chevalerie« (»Das Buch der Waffentaten und des Rittertums«) verfasste. Waren Frauen gegenüber den militärischen Debatten ihrer Zeit tatsächlich gleichgültig? Existierten weibliche Einschätzungen tatsächlich nicht, sind sie nur unsichtbar – oder wurden sie gar durch die traditionelle Erzählweise von Militärgeschichte erst unsichtbar gemacht? Isabelle Deflers rückt ausgehend von den Ergebnissen des vom BMBF/BMFTR geförderten Forschungsprojekts »Lost in Archives« diese »Unsichtbaren« ins Licht rücken, um ihnen eine Stimme zurückzugeben und ihnen – wo möglich – ein Gesicht zu geben.
Für die Teilnahme ist eine persönliche Einladung erforderlich.
