Vor Ort und online: Les jeudis de l’Institut historique allemand

Agostino Paravicini Bagliani (Univ. Lausanne), Innozenz IV. und die päpstliche Souveränität: Symbole, Metaphern, Körperlichkeit

  • Epochenübergreifend Mittelalter Vortrag
  • 18:00 Uhr (17.09.) - 20:00 Uhr (17.09.)
  • DHIP

Vortrag im Rahmen der Reihe »Les jeudis de l’Institut historique allemand«

Agostino Paravicini Bagliani (Univ. Lausanne),  Innozenz IV. und die päpstliche Souveränität: Symbole, Metaphern, Körperlichkeit

Kommentar: Jörg Peltzer (Univ. Heidelberg) 

Was die Symbolik der Macht und die Darstellung der Figur des Papstes betrifft, verdient der Pontifikat Innozenz’ IV. (1243–1254) größere Aufmerksamkeit, als ihm in der historischen Forschung gewöhnlich zuteilwird. Dies liegt daran, dass die Pontifikate von Innozenz III. (1198–1216) zu Beginn des Jahrhunderts und von Bonifaz VIII. (1294–1303) an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert seit Langem die Geschichte der päpstlichen Repräsentation geprägt haben. Zwar zeichnet sich die Zeit Innozenz’ IV. nicht durch Neuerungen von vergleichbarer Bedeutung aus wie etwa der Titel des Stellvertreters Christi (Innozenz III.) oder die dreidimensionale Darstellung des Papstes, sowohl zu Lebzeiten als auch nach seinem Tod (Bonifaz VIII.). Kennzeichnend für die Zeit Innozenz’ IV. ist jedoch die in den Quellen deutlich stärker als zuvor hervortretende Beziehung zwischen dem Papst in seiner menschlichen Dimension und der »Person des Papstes«. Diese Beziehung zeigt sich unter Innozenz IV. erstmals auf mehreren Ebenen – auf der metaphorischen, textlichen und ikonografischen Ebene. Wir werden versuchen, ihr anhand von Formeln (ubi papa, ibi Roma, sic transit gloria mundi), Ritualen (Wergverbrennen), konzeptionellen Überlegungen (den Predigten des Odo von Châteauroux) oder Bildern (der ältesten farbigen Darstellung eines reitenden Papstes) nachzugehen.

Nie zuvor wurde die Vergänglichkeit des Papstes so sehr für die Konstruktion der »Person des Papstes« genutzt, die »nicht stirbt«. Zudem wurde der »Körper des Papstes« erstmals Gegenstand einer bis dahin unbekannten Aufmerksamkeit, insbesondere mit Blick auf eine mögliche Verlängerung des Lebens.

Veranstaltung mit Simultanübersetzung (Deutsch/Französisch).

Für eine Teilnahme vor Ort ist keine Anmeldung erforderlich.

Online-Teilnahme: Zoom

Informationen: event@dhi-paris.fr

Bildnachweis: Trient, Museo nazionale nel Castello del Buonconsiglio, ms. 1559.